EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing)
Ich wende EMDR in allen belastenden und herausfordernden Situationen an - nicht ausschließlich bei einer diagnostizierten Traumafolgestörung.
Auch wenn du „kein großes Trauma“ hast: kleine emotionale Splitter können stark belasten. Immer wenn du im Alltag merkst: „Mein Verstand weiß genau, dass die Situation nicht gefährlich ist, aber mein Körper und meine Gefühle reagieren trotzdem völlig über“, können wir gemeinsam schauen, ob ich dir mit dieser Methode helfen kann.
Gut zu wissen:
EMDR ist eine neurowissenschaftlich anerkannte Methode, deren Ursprung in der Traumatherapie liegt.
Die amerikanische Psychologin Dr. Francine Shapiro entwickelte dieses Verfahren, das heute weltweit für ein breites Spektrum an psychischen Belastungen und ursprünglich zur Behandlung von Traumafolgestörungen und Angststörungen eingesetzt wurde.
EMDR basiert darauf, dass jeder Mensch über eine natürliche Fähigkeit zur Informationsverarbeitung verfügt, mittels dessen er belastende Erfahrungen verarbeiten kann.
Das neurobiologische Herzstück:
Das eigentliche Geheimnis hinter der Wirkung von EMDR liegt in der Art und Weise, wie unser Gehirn Erinnerungen abspeichert.
Unser Gehirn nutzt für die Verarbeitung von Erlebnissen zwei unterschiedliche Gedächtnissysteme:
1. Das emotionale/körperliche Gedächtnis (implizites Gedächtnis): Hier steuert die Amygdala, sie speichert Emotionen wie Angst, Panik und Körpersignale wie Herzrasen, Starre - ungeordnet und zeitlos.
2. Das autobiografische Gedächtnis (explizites Gedächtnis): Hier reagiert der Hippocampus. Er archiviert und ordnet Erlebnisse in zeitlicher Reihenfolge ein ("Das war im Sommer 2018") und einer logischen Geschichte ("Es war schlimm, aber jetzt ist es vorbei"), sodass unsere Lebensbiografie entstehen kann.
Bei extremem Stress, Ohnmacht oder traumatischen Erlebnissen kann es passieren, dass
unser Gehirn in einen sog. Überlebensmodus schaltet. Stresshormone (Adrenalin, Cortisol) blockieren die Informationsverarbeitung in das o.g. autobiografische Gedächtnis (Hippocampus). Das Erlebte bleibt als eingefrorenes Fragment im impliziten Gedächtnis (unserem emotionalen und körperlichen Notfallspeicher) stecken. Der Hippocampus wird gleichzeitig durch den Stress blockiert und schaltet ab. So tauchtdas Ereignis in der Gegenwart immer wieder in Form von Albträumen, starren körperlichen Reaktionen auf - so, als ob das Ereignis gerade erst passiert ist.
Die Methode EMDR hilft dem Gehirn die eingefrorenen Erinnerungen zu "verarbeiten". Ziel ist es, die emotionale Ladung einer Erinnerung zu verringern, sodass sie sich weniger belastend anfühlt und als Teil der Vergangenheit abgespeichert wird. Das Gehirn holt das feststeckende Ereignis aus dem emotionalen Speicher (Amygdala) und reicht es an das autobiografische Gedächtnis (Hippocampus) weiter. Es kommt zu einer nachträglichen Verarbeitung und das Ereignis wird emotionale und mental integriert.
Das Gehirn begreift auf tiefster Ebene: „Die Gefahr ist vorbei, ich bin jetzt sicher.“

Ich wende EMDR an:
- alltägliche Belastungssituationen
- Stress
- Ich-Stärkung (Ressourcen-Coaching)
- Alte Verletzungen oder Erinnerungen, die du nicht loswirst
- kurz zurückliegende akute Belastungsreaktion nach einem Unfall, Überfall
- Traumata & PTBS (nach Unfällen, schweren Verlusten oder Krisen)
- „Kleine Ängste“, die keine Traumata darstellen, aber den Alltag massiv einschränken (Versagensängste, Prüfungsängste, Erwartungsängste)
- Depressive Verstimmungen
- Verbesserung der eigenen emotionalen Situation
- Destruktive Verhaltes-und Beziehungsmuster (emotionale Überreaktion)
- Tiefe emotionale Kränkungen und Selbstwertthemen
- Liebeskummer und Trauerbewältigung


EMDR nicht anwenden
- Akute Psychosen oder schwere dissoziative Zustände
- Herzinfarkt oder Schlaganfall (wegen kurzzeitiger Stressaktivierung)
- Unkontrollierte Epilepsie
- Schwere organische Gehirnerkrankungen
- Geistige Behinderung
- Schwere Persönlichkeitsstörungen
- Einnahme von Psychopharmaka
- Thrombose
- Schwangerschaft
- Bestehender Alkohol/Drogeneinfluss
- Schwerwiegende Erkrankungen des zentralen Nervensystems
- Netzhautablösung
